BDSM ist für mich ein wichtiger, wundervoller Teil meines Lebens. Eine gewisse Freude daran anderen Dinge aufzutragen und (damals noch unbewusst) zu “beherrschen” hatte ich schon früh in mir entdeckt. Aber ich bin seit dem einen weiten Weg gegangen.Jeder der BDSM als eine Form der Liebe und der Bereicherung für sich entdeckt hat, muss irgendwann erste Schritte in der Richtung unternommen haben. Von meinen ersten wackeligen Gehversuchen mag ich hier berichten.
Mit meiner ersten Freundin, nennen wir sie Carolin, stellte (ich mehr aus Zufall) fest, dass es mir große Freude bereitete sie um ihre Befriedigung betteln zu lassen, wenn wir miteinander schliefen. Sobald ich das erkannt hatte und sie ebenso Gefallen daran fand, gingen wir einige Schritte weiter. Zunächst nur indem ich ihr spielerisch die Hände über ihrem hübschen Kopf zusammenhielt und sie ihr später behutsam hinter dem Rücken zusammen band.
Nach und nach entdeckten wir gemeinsam immer mehr Dinge ohne das wir einen Namen für unser Spiel gehabt hätten. Es fühlte ich gut an und so machten wir uns nicht zu viele Gedanken darum. Bis sie eines Tages auf die Seiten des smjg stieß und gemeinsam mit mir auf eine Entdeckungsreise durchs Internet ging. Was wir nach und nach dort entdeckten verwirrte uns. Von D/S über “Dom” und “Sub” bis hin zur Session.
Es war als hätte etwas in mir eine bis dahin gut verschlossene Tür aufgestoßen. Ich wurde neugierig und las immer mehr und immer ungeheuerlichere Dinge. Langsam keimte in mir die Idee etwas von dem da beschriebenen auch einmal mit Carolin auszuprobieren. Wie ich schnell fest stellte war es das wichtigste offen zu einander zu sein und sich seine Fantasien aber auch Ängste zu erzählen.
So kam es dann zu jenem besagten Abend. Irgendwann im November. Sie hatte sturmfrei und wir hatten die ganze Sache schon eine ganze Weile geplant. Ich war schon im Vorfeld sehr verunsichert. Sicher es zog mir zur dominanten Seite, aber die Verantwortung für sie tragen, ihr ein wundervolles Erlebniss bereiten und mich trotzdem nicht selbst zu überschätzen? Ich fühlte mich wie beim Tanz auf dem Drahtseil. Zitternd, um einen strengen Blick bemüht klingelte ich bei ihr. Sie öffnete und kniete bei meinem Anblick nieder und senkte ihren Kopf. Dieser Anblick, sie kniend, bereit sich mir anzuvertrauen hat sich bis heute in meinem Kopf eingebrannt. Ich schloss die Tür, schritt zu ihr und strich ihr vorsichtig die Haare aus der Stirn um sie zu begutachten. Ihr Blick gab mir die Kraft weiter zu machen.
Viel haben wir an diesem Abend nicht ausprobiert und einiges ist auch ganz furchtbar schief gelaufen. Ich erinnere mich noch an breite Wachflecken auf dem Teppich, die sie nachher ihren Eltern erklären musste. An ein zerrissenes Top das den Anforderungen ihrer Widerspenstigkeit doch nicht gewachsen war wie wir dachten und ganz deutlich erinnere ich mich an meine grenzenlose Unsicherheit.
Ich bin froh diese Erfahrung mit ihr gemacht zu haben und ich bin ihr bis heute dankbar das sie mir nie das Gefühl gab mich nicht zu akzeptieren und für ihre Geduld mit mir die ich brauchte um mich in meine “Rolle” einzufinden.

Oh Aythe, das sind wundervoll naiv-schöne Gedanken *lächelt* Mein Weg führte mich über eine ganz andere Seite an diese wundervollen Aspekte heran und es ist toll, deine Andeutungen zu lesen :)
Oh ich hoffe auch bald deine Erlebnisse zu lesen :)
*lächelt* Oh – das wirst du :)